Wunderschaum: Wunschdenken und Realität

12 Dez 2015

Wunderschaum: Wunschdenken und Realität

Es ist schon grotesk, wenn Händler diese „Wunderschäume“ immer noch bedingungslos anbieten… und Verarbeiter fast blind für jede erdenkliche Einbausituation einsetzen.

Obwohl mittlerweile (auch wenn es lange gedauert hat) auch die Fachverbände, Fachinstitute und Fachpresse klar dazu Stellung bezogen haben, dass es keinen Wunderschaum gibt, wird der Schaum (sorry, „Kleber“) immer noch hemmungslos in alle Arten von Einbaufugen reingehauen. Konfrontiert man selbst große renomierte Firmen mit Mängeln kommt dann gerne die Aussage wie „… laut Prüfzeugnissen ist der „Kleber“ luft- und schlagregendicht, da brauchen wir keine weiteren Abdichtungen, das können Sie (der SV) gerne überprüfen)“!

Die Augen der „überzeugten Gläubiger“ werden dann meist umso größer, wenn man die Prüfzeugnisse in deren Einzelteile zerlegt und mit dem gelieferten Einbau abgleicht.
Oft „passt“ das dann nicht zusammen, sodass der Wunderschaum ganz schnell keiner mehr ist, sondern sogar wortwörtlich brandgefährlich sein kann… von der Luftdichtigkeit und hygrothermischem Verhalten mal abgesehen.

Und was passiert, wenn die Schaum-Gläubiger im Mangelfall mit möglichen Schadensersatzansprüchen konfrontiert werden? Da werden dann die Augen der Anwender noch größer!
Hier lehnt sich der Handelsverkäufer (der lediglich Produkte verkauft: heute Schaum – morgen Autofelgen) oder Hersteller geschmeidig zurück, weil er hierfür (noch) nicht in die Haftung genommen werden kann.
Soll heißen Fensterbauer: „Selbst schuld, wenn du unsere Unterlagen zum Produkt nicht richtig liest“.

Nun kann man sich fragen, ob der Fensterbauer/Montagebetrieb/Architekt/Planer sich bedingungslos auf die gelieferten Prüfzeugnisse verlassen kann.

Klare Antwort: NEIN!

4 Comments
  • stefan ibold sagt:

    Moin,

    und noch Jemand, der mal die Wahrheit über die Verkaufspraktiken so macher Hersteller ausführt.
    Ich durfte im vergangenen Jahr bei einer Norddeutschen Dachdeckerinnung einen Vortrag über die Versprechungen der Industrie vs. der Pleiten, die ein Handwerker bei dem Einbau dieser Produkte erleiden kann.
    Wenn man(n) ein wenig recherchiert, findet man Werkstoffe, die stellen sich ganz schnell als Alptraum heraus, nicht nur für den Handwerker sondern auch für die Umwelt. Beispiel? Polystyrol wird auf der einen Seite als extrem umweltfreundlich verkauft, soll recyclet werden können (wird aber nicht praktiziert), gilt auf der anderen als unverrottbar.

    Viele Grüße und weiter so kritisch sein :)

    stefan ibold

  • Moin, Moin

    Um welche „Wunderschäume“ handelt es sich ( Fabrikat und Typ ) ?

    Gruß

    Andreas Bauernfeind

  • Andreas Gieß sagt:

    Hallo Andreas,
    bitte hierzu googlen, lässt sich relativ einfach finden. Wenn ich die Namen hier rein schreibe, hagelt es Unterlassungsklagen und Schadensersatzansprüche.

    Beste Grüße
    Andreas Gieß

  • Ich freue mich, dass diese Produkte zunehmend auch aus technischer Sicht negativ bewertet werden – wir versuchen seit Jahren, auch auf die gesundheitlichen Risiken – vor allem für den Verarbeiter hinzuweisen.
    http://www.eggbi.eu/fileadmin/sentinel-haus-stiftung/PDF_Dateien/Montageschaeume_-_PUR_Daemmplatten.pdf
    Auch der Hinweis auf Polystyrol passt in diese „Produktgruppen“ Bewertung – nicht ohne Grund werden Polystyrol-Dämmstoffe offensichtlich ab April 2016 als „Sonderabfall“ eingestuft. http://www.eggbi.eu/tabbed-sidebar/news/#c657

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