Die Presse und der Schimmelpilz

28 Okt 2014

Die Presse und der Schimmelpilz

Kaum neigt sich ein Jahr dem Ende, schon erwachen die selbsternannten Schimmelfachleute der Zeitungs- und Onlineredaktionen aus ihrem Sommerschlaf und schreiben sich wieder die Finger wund. Meist spektagulär, als wäre der Schimmelpilz gerade erst entdeckt, wird in die Tasten gehämmert (und nicht selten von den Kollegen abgekupfert) bis der Laptop qualmt. Hauptsache es dient der Auflage oder Klickrate. Das die fachliche Berichterstattung oft auf der Strecke bleibt, oder schlicht falsch ist, scheint keinen zu interessieren… Hauptsache man bekommt einen Asthmatiker, oder von Neurodermitis geplagten Bürger, vor die Linse, um dem „Artikel“ noch die brisante Würze zu verleihen. Egal welche Gattung oder Größe, der Schimmel killt bereits als Einzelspore. So, oder so ähnlich könnte man so manchen Beitrag interpretieren.

Den Schreiberlingen wäre anzuraten, gerade bei einem so sensiblen Thema, verantwortungsvoller zu schreiben… oder vielleicht einfach mal die Griffel von der Tastatur zu lassen. Durch oft hirnloses Panikgeschreibsel werden Menschen verunsichert und erleben schon hypochondrische Verfallserscheinungen, wenn sie nur das Wort Schimmel hören.

Ein Gutes hat es aber: Jedes Jahr, so gegen März/April, fallen diese Fachleute wieder in Ihren Schimmel-Sommerschlaf und beschädigen sich mit euen Wohnideen oder Gartengestaltung.

 

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