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6 Dez 2014

Medien vs. Fassadendämmung

Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass mich die allwinterlichen Medienberichte bezüglich Schimmelpilz heimsuchen werden. Jedes Jahr der gleiche Mist; nix Neues; Hauptsache die Tastaturen in den Redaktionen klappern.

Doch halt! Diesen Winter scheint es den Schreiberlingen selbst zu langweilig geworden zu sein, jedes Jahr alte Artikel neu aufzubügeln.

Nun hat man einen neuen Erzfeind im Focus, die Fassadendämmung… hier insbesondere die Dämmung mit Polystyrolplatten (ugs. Styropor). Eine sachlich kritische Auseinandersetzung wird meist nicht betrieben. Wozu auch, macht man beim Thema Schimmelpilz ja auch nicht.

Um den armen Polystyrolplatten den vollkommenen Garaus zu bereiten, schreckt man auch vor aberwitzigen „Versuchen“ nicht zurück. So tränkte man Polystyrolplatten mit Spiritus und zündete diese an… und oh Wunder… die Dinger brennen!!!! So, der Beweis ist erbracht, Polystyrol brennt! Na sowas!

Meine Güte, wenn man Holzlatten mit Spiritus benetzt, brennen diese auch! Und nun? Sollten jetzt alle Häuser in Holzständerbauweise verboten werden, weil Holz brennt?

Der Versuch zeigt nur eines: Wenn die fachlichen Argumente auszugehen scheinen, werden sich welche gebastelt.

Auch den Berechnungen/Werte/Lebensdauer/etc. der Schreiberlinge kann man nur bedingt Glauben schenken. Gemäß dem Motto: „Glaube nur der Berechnung, welche du selbst gefälscht hast“.

„Rentabilität erst nach 50 Jahren“ oder „Erste Instandsetzungen schon nach 15 Jahren“ oder „Keine messbare Energieeinsparung durch Fassadendämmung“! Solche, oder so ähnliche „Argumente“ kann man unendlich fortsetzen, spiegelt aber die Realität nicht wieder. Sicher gibt es auch gedämmte Fassaden, welche bereits nach 5 Jahren den Geist aufgeben, aber dieses nicht dem Material, sondern in der Regel der mangelhaften Verarbeitung geschuldet. Genau diese Fassaden werden dann all zu gern von der Presse ins Visier genommen und pauschal abrasiert.

Es gibt Polystyrolfassadendämmungen, welche bereits über 30 Jahre auf dem Buckel haben, keine Schäden an der Putzfläche oder gar Schimmelbefall in den Räumen vorhanden sind. Darüber berichten? Das macht nun wirklich keinen Sinn, würde dies doch dem momentanen Hype „Contra Dämmung“ so gar nicht in die Karten spielen.

Ja, die Industrie hat ihren Anteil dazu beigetragen, warum heute so negativ über die Fassadendämmung berichtet wird. Allem voran, die irrwitzigen Energieeinsparversprechungen bis zu 90%. Da kann ein Häuslebauer natürlich säuerlich reagieren, wenn dann vielleicht nur 10% herauskommen.

Nun, man kann die Fassadendämmung und deren Nutzen kritisch betrachten, aber dann bitte mit Berechnungen, welche ihren Namen verdienen. Also nicht mit den DIN linearen Einheitswerten.

So individuell ein Haus, so individuell sollten auch die Energieeinsparungsmaßnahmen (z.B. Dämmung) gewählt werden.

Für diejenigen, welche sich nicht auf theoretische Berechnungen verlassen möchten, gibt es eine praktische Hilfestellung: Fragen Sie bei Ihren Verwandten/Freunden/Bekannten, wer (und mit was) sein Haus gedämmt hat und nach den Erfahrungen in Sachen Energieeinsparung und Wohnqualität. Dies ist vermutlich der beste Indikator, falls man sich mit dem Thema Fassadendämmung auseinandersetzen will.

 

Ich befürchte nur eines: Wenn den Schreiberlingen das Thema Fassadendämmung auch zu langweilig wird, stürzt man sich wieder auf den armen Schimmelpilz. :-(

 

24 Nov 2014

Soll man sich nun wundern? Könnes kämpft – Fassadendämmung (WDR)

… über die „schlechte“ Presse, mit welcher sich die Dämmstoffindustie seit ca. 1 Jahr rumschlagen muss?

Ich denke Nein.

Vieles hat die Polystyrol-Dämmstoffindustie selbst zu verantworten, wenn es solche Machenschaften zur Gewinnmaximierung in die Öffentlichkeit geraten. Die „böse“ Presse hat selbstverständlich leichtes Spiel, wenn die Firmen Produkteigenschaften auf den Kennzeichnungen fälschen, sich durch ihr eigenes Institut überprüfen lassen, die Dämmwirkung nicht den Angaben entspricht, Preisabsprachen treffen und allem voran, die vollkommen überzogenen Einsparungsversprechen der letzten Jahre. Um den Kreis zu schließen bedient man sich naturgemäß auch der Politik, oder besser gesagt einflußreichen Politikern, welche man in die entsprechenden Aufsichtsräte lanziert.

Wie also will ein Industiezweig hier noch Vertrauen aufbauen, wenn genau diese Industie, vor allem die Gewinnmaxierung und nicht das Anliegen des Kunden im Sinn hat.

Nun, nicht nur die Industrie geht hier unseriöse Wge, sondern auch Planer und ausführende Firmen. Wenn man sich so manche Fassaden betrachtet, fragt man sich ernsthaft wo diese Fachleute das Rechnen gelernt haben. Polystyrolplatte von bis zu 30 cm Dicke werden da auf Fassaden gepappt, welche jeder seriösen Berchnung widersprechen. Ab spätestens 12cm Dicke ist Schluß mit effizienter Polystyroldämmung… alles darüber… nun, vielleicht rechnet es sich dann bei den Urenkelkindern.

Leittragende des Ganzen? Handwerker und Kunden gleichermaßen.

Handwerker, weil Auftragseingänge merklich zurückgehen und sie (obwohl diese es am wenigsten zu verantworten haben) nun dem Kunden auch noch die Machenschaften der Industie erklären müssen. Ganz zu schweigen vom Imageverlust einer ganzen Handwerksbranche.

Kunden, welche sich hinters Licht geführt fühlen und das versprochene Einsparpotenzial sich leider in der Realität nicht erfüllt.

Es bleibt abzuwarten, wie sich das Thema weiter entwickelt und die Dämmstoffindustie das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen will. Nur ein Ulrich Wickert wird hierfür wohl kaum ausreichen.

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/koennes_kaempft/videokoenneskaempftfassadendaemmung100_tag-17112014.html

 

28 Okt 2014

Die Presse und der Schimmelpilz

Kaum neigt sich ein Jahr dem Ende, schon erwachen die selbsternannten Schimmelfachleute der Zeitungs- und Onlineredaktionen aus ihrem Sommerschlaf und schreiben sich wieder die Finger wund. Meist spektagulär, als wäre der Schimmelpilz gerade erst entdeckt, wird in die Tasten gehämmert (und nicht selten von den Kollegen abgekupfert) bis der Laptop qualmt. Hauptsache es dient der Auflage oder Klickrate. Das die fachliche Berichterstattung oft auf der Strecke bleibt, oder schlicht falsch ist, scheint keinen zu interessieren… Hauptsache man bekommt einen Asthmatiker, oder von Neurodermitis geplagten Bürger, vor die Linse, um dem „Artikel“ noch die brisante Würze zu verleihen. Egal welche Gattung oder Größe, der Schimmel killt bereits als Einzelspore. So, oder so ähnlich könnte man so manchen Beitrag interpretieren.

Den Schreiberlingen wäre anzuraten, gerade bei einem so sensiblen Thema, verantwortungsvoller zu schreiben… oder vielleicht einfach mal die Griffel von der Tastatur zu lassen. Durch oft hirnloses Panikgeschreibsel werden Menschen verunsichert und erleben schon hypochondrische Verfallserscheinungen, wenn sie nur das Wort Schimmel hören.

Ein Gutes hat es aber: Jedes Jahr, so gegen März/April, fallen diese Fachleute wieder in Ihren Schimmel-Sommerschlaf und beschädigen sich mit euen Wohnideen oder Gartengestaltung.

 

24 Okt 2014

Ehekrise durch Hausbau

Meine Tipps, damit ein Traumhaus nicht zum Ehe-Alptraum wird:

1. Lassen Sie Ihr Haus vom Profi planen und auch die Bauleitung ausführen: Gerade an dieser Kostennote wird sehr gerne gespart, was zu katastrophalen Abläufen und Baufehler führen kann. Jede Herde (Handwerker) braucht einen versierten Hirten. Wenn nicht, läuft diese in jede Richtung… nur nicht in die welche der Bauherr denkt.

2. Binden Sie rechtzeitig eine prüfende Oberaufsicht (Sachverständiger) in Ihr Bauvorhaben mit ein: Schwerwiegende Baufehler lassen sich hierdurch frühzeitig erkennen und beseitigen.

3. Unterschätzen Sie nicht den Zeitfaktor bei Eigenleistungen: Besonders Männer neigen zu maßloser Überschätzung, wenn es um die eigenen handwerklichen Fähigkeiten und Talente geht. Gemäß dem Slogan „Yippijaja-Yippyyippyjeee“, werden Projekte gern verniedlicht, was die weitere Zeitplanung aufsetzender Gewerke behindert. Nicht zu vergessen, die Zusatzbelastung, wenn die Eigenleistungen nebenberuflich geleistet werden müssen.

4. „Schuster bleib bei deinen Leisten“ – überschätzen Sie nicht Ihre eigenen Talente: Sie wären nicht der Erste, welcher in seinem handwerklichen Tun seine Grenzen aufgezeigt bekommt. Manchmal recht schnell, manchmal wenn sich erst  Bauschäden eingestellt haben. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern verbrennt unnötig materielle und geldwerte Ressourcen. Machen Sie nur das, was Sie wirklich können.

5. Kalkulieren Sie Ihre Eigenleistung richtig: So mancher Häuslebauer rechnet seine „kostenlose“ Eigenleistung gegenüber einer Handwerkerleistung auf und meint die Handwerkerstunden geldwert gespart zu haben. Weit gefehlt. Rechnen Sie mal Ihren Stundensatz (gerade bei Selbstständigen) gegenüber einer Handwerkerstunde auf. Des Weiteren wird der versierte Handwerker weniger Zeit als Sie für eine Leistung benötigen. So manche Berechnung stellt sich dann als kostengünstiger dar, die Arbeitszeit nicht in Eigenleistungen sondern in Mehrleistung/Überstunden der eigenen Profession zu investieren.

 

Hier noch ein sehr guter Artikel zur Thematik:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/paarkrise-durch-hausbau-13016047.html

 

 

23 Okt 2014

Stand-der-Technik vs. anerkannte-Regeln-der-Technik

Keine Begrifflichkeit verursacht auch unter Fachleuten soviel Irritationen, wie die Beschreibung und deren Anwendung vom Stand der Technik und anerkannten Regeln der Technik.

In Baubeschreibungen, Leistungsverzeichnissen oder gerichtlichen Beweisbeschlüssen werden immer noch der Stand der Technik beschrieben, obwohl die anerkannten Regeln gemeint sind. Dies mag vielleicht dem Wortlaut geschuldet sein, denn Stand-der-Technik suggeriert schließlich „das Aktuelle“, wobei „Regeln der Technik“ nicht wirklich zeitlich greifbar sind. Die rechtlichen Beschreibungen (Technikklauseln) gibt es im Internet reichlich. Hier der Versuch einer vereinfachten Erklärung.

Stand der Technik: Beschreibt die aktuell technischen Möglichkeiten, welche wissenschaftlich als theoretisch richtig gelten.

Beispiel: Die TU Musterstadt entwickelt ein neues Energiesparleuchtmittel XYZ1 für Wohnräume. Alle notwendigen Eigenschaften werden theoretisch nachgewiesen. Die Effizienz wurde rechnerisch ermittelt, die praktische Anwendbarkeit sichergestellt.    

Anerkannte Regeln der Technik: Beschreibt den Stand der Technik, welcher bei Fachleuten bekannt und sich in fortlaufend praktischer Erfahrung bewährt hat.

Beispiel: Das Leuchtmittel XYZ1 wird von Kunden nachgefragt, von Elektrofachbetrieben seit Jahren eingesetzt; an der Qualität gibt es nichts zu beanstanden und die Lebensdauer entspricht den Herstellerangaben.

 

Praxisbeispiel:

Das Leistungsverzeichnis eines Werkvertrags zwischen einem Bauherrn und Handwerker beschreibt z.B. „Die Vorbauwand ist nach dem Stand der Technik herzustellen und zu montieren“. Die Erwartungshaltung des Bauherrn ist eine mangelfreie Leistung seines Auftrags. Um das zu gewährleisten, wird der Handwerker Materialien und Arbeitstechniken anwenden, welche er kennt und sich in seinem Arbeitsalltag fortdauernd bewährt haben.

Der Werkvertrag „verlangt“ vom Handwerker nach dem Stand der Technik zu liefern, der Handwerker naturgemäß die anerkannten Regeln der Technik anwendet. Was ist jetzt richtig? Der Handwerker schuldet grundsätzlich eine mangelfreie Ausführung, also den Sollzustand nach den anerkannten Regeln der Technik. Möchte der Bauherr davon abweichen, also z.B. eine neue Verfahrensweise oder ein, unter Fachleuten, noch unbekanntes Material verwenden, sollte dies vertraglich vereinbart werden. In diesem Fall ist der Handwerker gut beraten, gegen eine Verfahrensweise oder ein Material schriftlich Bedenken anzumelden, wenn er keine langfristigen Erfahrungen hierüber hat.

21 Okt 2014

EuGH kippt deutsche Anforderungen für Bauprodukte

Das in D Bauprodukte über Bauregellisten zusätzliche nationale Genehmigungen haben müssen, auch wenn sie bereits über eine CE-Zeichen verfügen und in anderen Mitgliedstaaten rechtmäßig vermarktet werden, verstoßen gegen die europäischen Regeln des freien Warenverkehrs. Dies hat der Europäische Gerichtshof nun bestätigt.

Das Urteil wird sich auf das gesamte deutsche System der Bauregellisten auswirken.

Ergo: Erst kippt die Meisterpflicht in vielen Handwerksberufen mit deutlich negativen Auswirkungen… nun kippen die Qualitätsstandards der Produkte.

Danke EU.

 

25 Sep 2014

Prof. Dr.-Ing. Rainer Oswald ist gestorben.

Einer der Großen hat die SV-Bühne leider verlassen. Er wird uns sehr fehlen.

Im stillen Gedenken.

http://www.aachen-gedenkt.de/38986358-traueranzeige-prof-dr-ing-rainer-oswald

 

23 Sep 2014

Energieausweis-Betrüger sind unterwegs

Aufpassen!!!

http://www.enev-online.com/news/14.09.23_enev_betrueger_unterwegs_energieausweise_nicht_vorgelegt.htm

22 Sep 2014

Achtung – DIN 18008: In Bremen gilt sie verbindlich. NRW folgt im Oktober.

Glasverarbeiter müssen in NRW ab Oktober die Glas DIN 18008, mit den Teilen 1-5, rechts-verbindlich anwenden, so die Auskunft des Bau-Ministeriums von Nordrhein-Westfalen. Eine Übergangsfrist gibt es nicht. Lesen Sie hier, was dies für Verarbeiter bedeutet und wie der Einführungsstand in den anderen Bundesländern ist.

http://www.glaswelt.de/Achtung-DIN-18008-In-Bremen-gilt-sie-verbindlich-NRW-folgt-im-Oktober-,QUlEPTYwODMzNSZNSUQ9MzAwMDM.html?UID=497286710BDB88EB8A48A9D7DCA83F7F7196ACDC2DBCDEA34D

 

19 Sep 2014

Erst denken dann bauen

Ein schönes Beispiel, wie wichtig die Planung vor einem Fenstertausch ist.

Der Fensterbauer steht nun auf dem Schlauch, weil er nicht weiß wie er jetzt die Mängel beseitigen soll. Mit dem Fenster bestimmt nicht mehr.

Nun, die Außenbank hätte mühelos vor der Montage, nach innen verlängert werden können; das Fenster etwas kürzer; Neubaufalzprofil montiert und die Sache wäre für den Bankbereich erledigt gewesen. Nun baut er das Fenster aus und bestellt neu.

 

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