Bauen heute – Wir müssen umdenken!

3 Feb 2016

Bauen heute – Wir müssen umdenken!

Wird es nicht heute Zeit, dass sich die Bauschaffenden wieder auf das Basiswissen des Bauens besinnen, anstatt immer höherer energetischer Effizienz im Hochbau zu realisieren, welche schon seit einigen Jahren nicht mehr beherrschbar umgesetzt werden kann?

Warum kommt keiner auf die Idee, voran die Architekten- und Handwerkerverbände, dies auch mal in letzter Konsequenz auszusagen und entsprechend die (Not-) Bremse zu ziehen?

Wir werden die sanierungsbedürftige Quittung erhalten, welche sich heute schon abzeichnet.

Es steht außer Frage, dass Wohnräume so wenig wie möglich Energie zur Beheizung benötigen sollten. Es muss und sollte endlich konsequent diskutiert werden, wie wir dazu kommen!

Es kann nicht das Ziel sein, dass wir dem Irrglauben unterliegen, dass ein Passivhaus langfristig schadenfrei bleibt, oder das ein +Energiehaus wirtschaftliche Erträge generiert.  Das ist milde gesagt „Bauernfängerei“. Die Kosten für Unterhalt der Anlage(n) und notwendige Rücklagen für Sanierung/Instandsezung werden die „angedachten Gewinne“ langfristig auffressen.

Gehen wir einen Schritt zurück und bleiben im HEUTE. Wie wird heute gebaut und wie reagieren Planer/Industie/Handwerker auf immer wiederkehrende Mängel der stetig steigenden energetischen Anforderungen?

Planer/Architekten/Bauleiter: Mal ehrlich, hier gibt es kaum Gegenwehr, obwohl genau diese Berufsgruppen es besser wissen sollte. Und es wird drauflos geplant/gebaut… und die Bauleiter immer mit den neuesten Produktdatenblättern in der Seitentasche, um überhaupt noch im Bilde zu sein, was der Handwerker gerade einbaut. Verstehen was darin steht? Nein, dass geht zeitlich nicht (mehr). Und immer die Hoffnung, dass innerhalb 5 Jahren keine Mängelanzeige erstattet wird.

Industrie: Es gibt momentan kein besseres „Schlachtfeld“ als die Baubranche, wenn es um neue „innovative“ Produkte geht. Selbst eierlegende Wollmilchschweine werden (fast) versprochen. Problem nur, dass diese Produkte weder die langfristige Eignung (a.a.R.d.Technik) bewiesen haben, oder das Produkt grundsätzlich für den angedachten Einsatzbereich geeignet ist, was in den Datenblättern/Prüfzeugnissen explizit eingegrenzt wird… nur das sagt der Hersteller nicht… zu Lasten des Bauherrn, Planers und Handwerkers.

Handwerker: Die „Ärmsten“ in dem ganzen Prozedere. Sie müssen über die aktuellsten Produkte und entsprechenden Normen, Leitfäden und sonstige Abhandlungen im Bilde sein (ist meistens nicht leistbar). Leider „rennt“ so mancher seriöse Handwerker ins Verderben, weil er genau DIE oder DIE andere Handlungsempfehlung des Herstellers oder aktualisierte Norm nicht gelesen hat.

Der Bauherr: Ja auch der Bauherr hat eine Mitschuld, wenn er glaubt, dass er für den Preis eines „POLOs“ eine „E-Klasse“ bekommt… mit dem sich auch der Planer und Handwerker konfrontiert sieht.

Was ist die Lösung?: Ich weiß es in der Gesamtheit auch nicht. Aber es muss der Anfang gemacht werden umzudenken. Also vielleicht sogar wieder zurück zur monolytischer Bauweise, mit energieeffizienten tragfähigen Bausteinen in ausreichender Stärke. Und den Grundsatz aufgeben, dass wir Enegerie „einsparen“ können (geht physikalisch eh nicht), sondern wie uns zur Verfügung stehenden regenerativen Energiequellen noch viel effizienter genutzt werden können. Hier sollten die Förder- und vor allem Forschungsmittel des Staates investiert werden.

Zukunftsvision?: Man stelle sich vor, dass in vielleicht 20-30 Jahren jedes Haus eine 1,0 m² Photozelle auf dem Dach hat, was ein ganzes Haus mit ausreichend Heizleistung und Stom versorgen kann und auch die Spitzenertragszeiten, in einem kostenkünstigen Speichermedium sichern kann. Wenn dem so wäre… warum dann noch „Energie sparen“… an der Gebäudehülle!

So oder so ähnlich kann es aussehen? Oder doch nicht?

Nur mal so zum Nachdenken.

 

 

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